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Datum: 30.03.2026

Preis der Leipziger Buchmesse

Drei AutorInnen wurden am 19.03.2026, im Rahmen der Leipziger Buchmesse, mit dem gleichnamigen Buchpreis ausgezeichnet.

485 Werke wurden für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung eingereicht.

BELLETRISTIK

Katerina Poladjan: Goldstrand (S. Fischer Verlag)



Darum geht es in dem Buch:


Eli, ein Regisseur bildgewaltiger Filme, lebt in einer bröckelnden römischen Villa, sieht der um ihn wachsenden Einsamkeit zu und gibt seinem Dasein im Erzählen eine phantastische Struktur bis hin zur mythischen Reise ans Schwarze Meer. Auf dem Sofa seiner Dottoressa in Rom liegend, entfaltet er in ausschweifenden Erinnerungen seine Biografie, reiht Ereignisse aneinander wie Szenen. Geboren in den 1950er-Jahren an der bulgarischen Küste, führt ihn sein Weg durch Städte und Zeiten: von Warna nach Odessa, von Konstantinopel bis nach Rom. Goldstrand ist ein Roman über Herkunft und Bewegung, über das Kreisen um eine Leerstelle und das Leben als Montage. Mit ihrer virtuos verdichteten Prosa erzeugt Katerina Poladjan in heiter-melancholischen Bildern eine Welt.



SACHBUCH / ESSAYISTIK

Marie-Janine Calic: Balkan-Odyssee. 1933-1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa (C. H. Beck Verlag)


Darum geht es in dem Buch:



Die Flucht vor dem NS-Regime war ein Wettlauf gegen Bürokratie, Grenzen und Gewalt. Zwischen 1933 und 1941 flohen Menschen zunächst in angrenzende Nachbarländer wie die Tschechoslowakei, nach Frankreich oder in die Niederlande, später auch nach Skandinavien. Andere suchten überseeische Zuflucht in Lateinamerika, in Palästina oder in den USA. Bekannt sind die Ost- und Südrouten ebenso wie die lebensgefährlichen Etappen über die Alpen oder die Pyrenäen. Weniger bekannt ist die Flucht auf den Balkan. Der Theaterstar Tilla Durieux, die Schriftsteller Manès Sperber und Ernst Toller, der Dramatiker Franz Theodor Csokor, der Maler Richard Ziegler und viele andere – sie alle flohen vor Hitler nach Südosteuropa und fanden dort Unterschlupf. Marie-Janine Calic ruft sie in Erinnerung und erzählt berührende und oft auch tragische Geschichten von Mut und Menschlichkeit, von Elend und Verrat, von Rettung und Untergang.



ÜBERSETZUNG

Aus dem Spanischen von Manfred Gmeiner
Gustavo Faverón Patriau: Unten leben (Literaturverlag Droschl)

Darum geht es in dem Buch:


Ein bewusst und clever durchkomponiertes Verwirrspiel ist Unten leben von Gustavo Faverón Patriau. Der peruanische Autor und Literaturwissenschaftler nimmt uns mit in das Leben unten – in die Keller von Häusern, unterirdische Gefängnisse und Katak


omben. Ausgangspunkt der Erzählung ist der amerikanische Filmemacher George Bennet, der für mehrere Morde zur Verantwortung gezogen wird. Man wirft ihm vor, der Anführer einer Guerillagruppe gewesen zu sein. Zur Aufklärung kommt der Fall erst fünfundzwanzig Jahre später, doch bis dahin haben Geheimnisse, Intrigen und Gewalt tiefe Spuren hinterlassen. Patriau entwirft ein dichtes Netz aus Referenzen, in dem Wahrheit und Fiktion sich ständig verschieben. Unten leben ist ein beklemmender und spannender Roman über das labyrinthische Geflecht menschlicher Erinnerung und die lateinamerikanische Geschichte.


Kerstin Bischoff

Stadtbibliothek Senftenberg
Leiterin

Krankenhausstraße 4
01968 Senftenberg